PISA: Montessori-Pädagogik verwirklicht bereits die angekündigten Reformen

Die Österreichische Montessori-Gesellschaft sieht viele der angekündigten Schul-Reformen in Österreichs Montessori-Schulen als bereits umgesetzt.

Wien, 12.12.2016 – Die vergangene Woche veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie weisen ein für Österreich wenig zufriedenstellendes Ergebnis auf, wie auch Bundesministerin Dr.in Sonja Hammerschmid in ihrer Presseaussendung darstellte. Viele der Aspekte, die sie als notwendige Reformen ankündigt, sind in der Montessori-Pädagogik bereits verwirklicht und seit langem fixer Bestandteil der Arbeit in Montessori-Kinderhäusern und Montessori-Schulen.

Ganztagsschule und Gestaltungsspielraum

Montessori-Schulen sind als altersgemischte Ganztagesschulen von Maria Montessori konzipiert. „Dabei geht es um das Leben der Kinder miteinander. Soziale Erfahrungsräume und voneinander Lernen stehen im Mittelpunkt“ so Saskia Haspel, Präsidentin der Österreichischen Montessori-Gesellschaft. „Schule ist Lernen fürs Leben und soll neben dem Erlernen von Schreiben, Lesen und Rechnen auch Wissenserwerb in allen Bereichen, gemeinsames Kochen oder Obsorge für den Klassenraum beinhalten.“

Der Gestaltungsspielraum liegt in den Montessori-Schulen sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrenden. „Kinder müssen an der Gestaltung des Unterrichts und des Tagesablaufs teilhaben können. Sie erwerben dadurch die Kompetenz, zu entscheiden und zu planen, wann sie welche Arbeit mit wem ausführen, wie sie sich ihren Tag einteilen und sich Wissen aneignen. Das ist unerlässlicher Bestandteil des Montessori-Unterrichts“ sagt Haspel. Kinder haben grundsätzlich Interesse an allen Wissensgebieten. Frust und Desinteresse entstehen erst mit den Erfahrungen im Schulalltag, wenn dieser nicht kindgerecht aufbereitet ist. Derartige Erfahrungen gilt es durch eine für Kinder vorbereitete Umgebung, ausgezeichnet ausgebildete Lehrkräfte und eine didaktische Herangehensweise, in der das forschende Kind im Mittelpunkt steht, zu vermeiden.

Lang bewährt und hochaktuell

Die Montessori-Pädagogik ist mit über 20.000 Schulen weltweit in fast allen Ländern der Erde vertreten. Über hundert Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Erdteilen bestätigen, dass sie ein optimaler Weg ist, Kinder jeden Alters im Heranwachsen zu begleiten. „Damals wie heute sind die Ansätze der Montessori-Pädagogik hochaktuell“ führt Saskia Haspel aus. „Auch wenn die Technologie sich rasant verändert hat, geht es in der Bildung von heranwachsenden Menschen immer noch um die gleichen grundlegenden Aspekte: soziale Fähigkeiten, die Fähigkeit sich Wissen anzueignen und Problemlösungskompetenz zu erlangen.“

Schreiben, lesen und rechnen entwickeln Kinder durch das Montessori-Material bereits im Vorschulalter. Damit wird ein wichtiges Fundament für die Kompetenzen in der Schule gelegt. Es braucht bestens ausgebildete PädagogInnen, die den Kindern immer wieder neue Themen anbieten, genau dokumentieren, wo jedes einzelne Kind steht und jedes Kind nach seinen individuellen Bedürfnissen in seiner Entwicklung unterstützen können. Das Montessori-Material ist dabei Inspiration und Wegweiser und deckt Naturwissenschaften ebenso wie Geschichte, Musik und alle weiteren Bereiche des Schullehrplans ab. Da alle Fächer jeden Tag und zu jeder Zeit durch das Material in der Montessori-Klasse präsent sind, kommt es nicht zum Übergewicht eines bestimmten Fachs. Die Altersmischung führt in Montessori-Einrichtungen zu einem ausgewogenen Sozialgefüge. Unterschiedliche Kinder haben unterschiedliche Interessen und arbeiten an verschiedenen Themenbereichen, dadurch werden andere Kinder der Klasse inspiriert und für neue Themenbereiche begeistert.

„Wenn es darum geht, einen Reformkurs rasch umzusetzen, ist es zentral, Erfahrungen aus bestehenden Schulen zu berücksichtigen. Das Rad muss nicht stets neu erfunden werden: die Montessori-Pädagogik ist ein bewährtes Konzept, das Lösungen für bestehende Probleme anbietet.“ merkt Saskia Haspel an. Ein Schulsystem – wie es Frau Bundesministerin Hammerschmid umsetzen möchte – in dem jede Schülerin und jeder Schüler individuell wahrgenommen werden kann und das es schafft, nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen und Fähigkeiten zu vermitteln, die Kinder ein Leben lang weiterbringen werden, gibt es bereits: die Montessori-Pädagogik.

Die Österreichische Montessori-Gesellschaft

Die Österreichische Montessori-Gesellschaft ist Dachverband für Montessori-Kleinkindgemeinschaften, -Kinderhäuser und –Schulen in Österreich. Sie bietet neben Vernetzung und Austausch auch Qualitätssicherung für Montessori-Einrichtungen im Rahmen von Beratung und Qualitätssiegel an und arbeitet eng mit der Montessori-Akademie als Ausbildungsinstitut zusammen. Rund 40 Einrichtungen sind zurzeit Mitglied der Österreichischen Montessori-Gesellschaft, in ihnen werden rund 1200 Kinder im Alter von 1 bis 18 Jahren begleitet.

Rückfragehinweis:
Sara Dallinger BA B.A.
Öffentlichkeitsarbeit
Montessori-Zentrum (ÖMG, Montessori-Akademie, Montessori-Shop und Montessori-Praxis)
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