Aus gegebenen Anlass veröffentlicht die Österreichische Montessori-Gesellschaft (ÖMG) folgende Stellungnahme:

Die Mokiwe-Schule, über die in den letzten Tagen in den Medien wegen eines Vorfalls mit einem Transgender-Kind berichtet wurde,
ist nicht Mitglied der ÖMG. Die ÖMG hat von Seiten der Schule keinerlei Informationen über die Hintergründe der Entscheidung der Schulleitung.
Da die Mokiwe nicht Mitglied der ÖMG ist, hat die ÖMG auch keine Handhabe gegenüber der Schule.

Generell ist die Montessori-Pädagogik für ihre weltoffene und respektvolle Haltung gegenüber allen Menschen bekannt.
Montessori-PädagogInnen betrachten jedes Kind als einzigartigen Menschen und unterstützen es liebevoll auf seinem individuellen Entwicklungsweg.

Die vorliegende Entscheidung der Schulleitung der Mokiwe fußt daher keineswegs auf Grundgedanken der Montessori-Pädagogik.
Es gibt bis dato keine Erklärung der Schule über die Hintergründe dieser Entscheidung, sie hat jedoch keinesfalls mit Prinzipien der Montessori-Pädagogik zu tun.
Diese Einzelentscheidung an der Montessori-Pädagogik festzumachen, stellt die Montessori-Pädagogik in ein völlig falsches Licht.
Montessori-PädagogInnen sind selbstverständlich gegenüber jedem Geschlecht völlig offen eingestellt und bestrebt,
sowohl betroffene Kinder als auch die Kinder in der jeweiligen Gruppe sensibel durch alle Themen, die Diversity im weitesten Sinne betreffen, zu begleiten.

Die ÖMG ersucht daher die Medien und die Öffentlichkeit, zwischen der Einzelentscheidung einer Schulleitung, deren Hintergründe wir nicht kennen,
und der generellen Einstellung der Montessori-Pädagogik gegenüber unterschiedlichsten Menschen zu unterscheiden.

Saskia Haspel
Präsidentin der ÖMG