Leitziele und Grundgedanken der Montessori-Akademie

Ziel der Montessori-Akademie ist die Verbreitung der Montessori-Pädagogik auf höchstem Niveau zu sichern. Die Montessori-Akademie ist eine Lehr- und Forschungsstätte für die zeitgemäße Umsetzung der Montessori-Pädagogik. Montessori-Pädagogik bedeutet, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu respektieren, ihnen achtsam zu begegnen und sie auf ihrem Entwicklungsweg liebevoll und hilfsbereit zu begleiten. Unter diesen Gesichtspunkten ist es möglich, Kindern eine „Vorbereitete Umgebung“ zu schaffen, in der sie nach ihren ganz persönlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen tätig werden können, eine Tätigkeit, die Voraussetzung ist für Entwicklung und Lernen. Auf diesen Grundsätzen der Montessori-Pädagogik basieren alle Aus- und Weiterbildungsangebote der Montessori-Akademie.

 Bereits zu Lebzeiten Maria Montessori formulierte sie das Streben nach Wissen über die Entwicklungsprozesse des Kindes: „Es besteht gegenwärtig ein großes wissenschaftliches Interesse für die Psychologie des Kindes (…). Tausende und Tausende Jahre ging die Menschheit an dem Kinde vorbei und blieb vollkommen unberührt von diesem Wunder der Natur: der Formung der Intelligenz und der menschlichen Personalität. Wie formt sie sich? Welchem Prozess folgt diese Entwicklung und welchen Gesetzen ist sie unterworfen?“ (Montessori, Über die Bildung des Menschen: 17)

 Dieses Interesse ist heute noch um ein Vielfaches gewachsen, wobei die Ergebnisse, zu denen Maria Montessori damals kam, immer wieder bestätigt werden (vgl. Holtstiege, Ludwig, Lillard, Hüther, Spitzer, Zimpel, Horx u. a.). Dadurch erfreut sich die Pädagogik Maria Montessoris höchster Aktualität.

 Montessori-Pädagogik bedeutet, Kinder dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, bedeutet zu beobachten, welche Stärken ein Kind mitbringt und wo es noch Entwicklungsbedarf zeigt. Es wird in der Montessori-Pädagogik immer darauf eingegangen, was ein Mensch für sein Wachstum benötigt – gleichgültig, wie alt er oder sie ist. Die Montessori-Akademie als Ausbildungsbetrieb bezieht sich in der Erwachsenenbildung ebenso wie in der Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesen Grundsatz.

 

Lernen in der Montessori-Akademie

 Lernen wird in der Montessori Pädagogik und somit auch in der Montessori-Akademie als ein über die Lehrinhalte der einzelnen Seminare hinausgehendes selbst verantwortetes Handeln verstanden. Die Seminare werden unter Berücksichtigung integrativer und interkultureller Aspekte gestaltet, wobei speziell die Friedenspädagogik Maria Montessoris auch in der Erwachsenenbildung spürbar gemacht wird.

Die Vermittlung der Inhalte erfolgt nach dem aktuellen Stand der Lern- und Gehirnforschung mit angemessenen Methoden. In den Seminaren werden Medien in unterschiedlicher und vielfältiger Form eingesetzt.

Die Vernetzung aller Fächer folgt der Isolation der einzelnen Bereiche. Auf der Basis des Grundlagenwissens wird fachliches Lernen, Erfahrungslernen, sozialkommunikatives Lernen und autonomes Lernen angestrebt. Die methodische Gestaltung des Unterrichts nimmt auf das Abstraktionsniveau der Studierenden Bedacht und führt zu handlungsorientiertem Denken und zur verstärkten Reflexion über eigenes und fremdes Verhalten.

Auswahl und Aufbau des Lehrstoffes orientieren sich am Erfahrungshintergrund des vorangegangenen Bildungsweges der Studierenden. Die Studierenden werden angehalten, aktuelle Fragestellungen durch selbständige Studien und Beobachtungen abzuklären. Individuelle Entwicklungsverläufe und besondere Entwicklungsbedürfnisse werden berücksichtigt und transparent gemacht.

Begleitende Prinzipien und Organisationsformen des Unterrichts

  • Methodenvielfalt und Methodengerechtheit
  • Handlungsorientierung
  • Situationsorientierung
  • Prozessorientierung
  • offene Lehr- und Lernformen
  • exemplarisches Lernen
  • fächerübergreifendes Lernen
  • ganzheitliches Lernen
  • multimediales Lernen
  • seminaristisches Arbeiten
  • wissenschaftsorientiertes Arbeiten
  • Stundenblockungen
  • gelegentliche Einbeziehung von Expertinnen und Experten
  • Aktualität
  • Situationsorientiertheit
  • Prozessorientiertheit
  • Ganzheitlichkeit
  • Exemplarität
  • Aufbau von Praxiserfahrungen durch Lernen am Modell und durch Erfahrungslernen

 Die Montessori-Akademie stellt in ihren Angeboten hohe Ansprüche an die Kursteilnehmer/innen und werdenden Pädagog/innen. Gleichzeitig sieht sie die Verantwortung bezüglich des Gelingens pädagogischer Prozesse in den Händen der Pädagog/innen. Deshalb fließt auch Persönlichkeitsbildung in alle Angebote mit ein, insbesondere werden folgende Prozesse, Haltungen und Fähigkeiten gefördert:

  • Selbsterfahrung und Selbstwahrnehmung
  • Fremdwahrnehmung und Fähigkeit zur Empathie
  • Reflexionsfähigkeit und Reflexionsbereitschaft
  • Objektivierung
  • Wertorientierung in der Alltagskultur
  • Interaktion und Kommunikation in verschiedenen Sozialformen
  • Initiierung kreativer und innovativer Prozesse
  • Psychohygiene

 Arbeitsweisen, auf die Studierende hingeführt werden:

  • selbständiges Arbeiten
  • eigenständiger Wissenserwerb
  • wissenschaftsorientiertes Arbeiten
  • Umgang mit Fachliteratur
  • effiziente, vielfältige Arbeitsweisen
  • effektive, methodisch vielfältige Präsentationen

 

Abschließend kann mit Maria Montessori gesagt werden:

„Das Heranwachsen des Individuums darf nicht dem Zufall überlassen werden. Es muss vielmehr wissenschaftlich mit größter Sorgfalt überwacht werden, um dem Individuum eine bessere Entwicklung zu ermöglichen.“ (Montessori, Das kreative Kind: 13)

 Die Entfaltung und Professionalisierung dieser Fähigkeit, auf wissenschaftlicher Beobachtung basierend und auf optimale individuelle Entwicklung abzielend mit den passenden Angeboten zu begleiten, ist Ziel der Montessori-Akademie bei jedem und jeder Studierenden unserer Bildungsangebote.